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Game of Thrones – A Telltale Games Series

Die Fantasy-Saga „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin erfreut sich großer Beliebtheit. Seit 1996 sind mittlerweile fünf Bände in der englischen Originalfassung erschienen und zwei weitere sind geplant. Die HBO-Fernsehserie „Game of Thrones“, die auf den Büchern basiert, ist in den USA mit 18,4 Millionen Zuschauern pro Woche beliebter als „Die Sopranos“ (1) und somit die erfolgreichste Fernsehserie im amerikanischen Pay-TV. Aufgrund des großen Erfolgs erschienen in den letzten Jahren zahlreiche Nebenprodukte, wie Novellen, Graphic Novels, Comics, Merchandising-Produkte und auch Spiele. Neben Brett-, Rollen- und Kartenspielen sind bis heute vier Computerspiele erschienen: Das Echtzeit-Strategiespiel A Game of Thrones: Genesis (Cyanide Studio, 2011), das Rollenspiel Game of Thrones (Cyanide Studio, 2012), das Browserspiel Game of Thrones: Ascent (Disruptor Beam, 2013) und das Adventure-Spiel Game of Thrones (Telltale Games, 2014). Letzteres wird Gegenstand dieses Artikels sein.

Game of Thrones von Telltale Games ist für Microsoft Windows, Mac OS X, Playstation 3 und Xbox 360 erschienen. Es basiert auf den Bücher Martins und ist in sechs Episoden unterteilt. Im Spiel wird die Geschichte des Hauses Forrester erzählt, welche an die Geschehnisse der dritten Fernsehstaffel anschließt.

„Based on HBO’s award-winning television drama, Game of Thrones – A Telltale Games Series tells the story of House Forrester, a noble house from the north of Westeros. Caught up in the events of The War of the Five Kings, they are placed in a precarious position where members of the household must do everything they can to prevent the house from meeting its doom.“ (2)

Das Spiel basiert hauptsächlich auf Point-and-Click-Aktivitäten, jedoch gibt es keinerlei Rätselelemente. Wie Telltale Games es auf ihrer offiziellen Homepage beschreibt, sind für das Spiel keine Computerspielerfahrungen von Nöten. Es ist so konzipiert, dass jeder das Spielprinzip leicht verstehen kann. Die Schwierigkeit des Spiels bestehe nicht darin, die Steuerung zu meistern, sondern schwierige Entscheidungen mit weitreichenden Folgen zu treffen (3). In den Dialogen muss der Spieler in kurzer Zeit zwischen verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen, welche die weitere Handlung beeinflussen können. Etwas Abwechslung bringt das Spiel durch kleinere Quick Time Events und Szenen, in denen man sich frei bewegen und die Umgebung erkunden kann. Ähnlich wie andere Telltale Games, zum Beispiel The Walking Dead (2012) oder The Wolf Among Us (2013), ist Game of Thrones in mehrere Episoden unterteilt. Bisher wurde die erste Episode „Iron From Ice“ veröffentlicht, die weiteren fünf sollen im Abstand von vier bis sechs Wochen erscheinen (4).

Die vorherigen Spiele A Game of Thrones: Genesis und Game of Thrones erhielten von der Fachpresse und den Usern jeweils nur mäßige bis schlechte Bewertungen. Ersteres erhielt bei GameRankings eine Metawertung von 52,94% (5), bei Metacritic einen Metascore von 53 und einen User Score von 4,1/10 (6). Das zweite bekam eine Wertung von 57,30% (7) bzw. 58 und 6,4/10 (PC-Versionen) (8). Aufgrund dieser Ergebnisse entschied sich George R. R. Martin für Telltale Games, ein Studio, das für interessante Handlungen und spannende Atmosphäre in ihren Spielen bekannt ist. Studioleiter Colum Slevin führte die emotionale und erzählerische Wirkung, ähnlich wie im Film, als Hauptaugenmerk für die Entwicklung an:

“Everyone is focused on trying to make games look as sophisticated as films, as opposed to trying to make games be as emotionally and narratively resonant as film, which is a whole different challenge.” (9)

Martins persönlicher Assistent Ty Corey Franck arbeitete bei der Entwicklung des Spiels als Berater mit, um dem hohen Anspruch an erzählerischer Tiefe zu gewährleisten. Das Spiel erhielt durchweg gute Wertungen, 75,20% (10) bei GameRankings, einen Metascore von 75 und eine Userwertung von 7,4/10 (11) bei Metacritic. User ziffgetsmeta schreibt:

„Telltale does an amazing job of taking the emotional experience of watching/reading GOT and turning it into a playable story that feels fresh, yet familiar.“ (12)

Mit dem Fokus auf der Narration anstatt dem Gameplay hat Game of Thrones das geschafft, was die vorherigen Titel nicht vermochten: die emotionale Spielerbindung, wie sie auch die Bücher bzw. die Serie erzeugen. Durch die direkte Mitarbeit des Assistenten von George R. R. Martin und die Unterstützung von HBO ist es Telltale Games gelungen, aus der Serie bzw. den Büchern ein Spiel zu entwickeln, das eins zu eins in das Martin’sche Universum passt. Der Spieler wird nicht nur Zeuge von Verrat, Mord, Ungerechtigkeit oder schockierenden Wendungen, sondern kann die Entwicklung auch direkt beeinflussen, wodurch es zu einer noch persönlicheren Bindung an die Geschichte und die Charaktere kommt. Nicht umsonst wirbt das Spiel mit dem Slogan: „Your Story Begins“. Eine selbstbestimmte Geschichte im Game of Thrones-Universum, was kann sich ein Fan mehr wünschen?

 

(1) http://www.spiegel.de/kultur/tv/game-of-thrones-hbo-ist-erfolgreicher-als-sopranos-a-973741.html (03.03.15)

(2) https://www.telltalegames.com/gameofthrones/about (03.03.15)

(3) https://www.telltalegames.com/gameofthrones/faq (03.03.15)

(4) https://www.telltalegames.com/gameofthrones/faq (03.03.15)

(5) http://www.gamerankings.com/pc/998868-a-game-of-thrones-genesis/index.html (03.03.15)

(6) http://www.metacritic.com/game/pc/a-game-of-thrones-genesis (03.03.15)

(7) http://www.gamerankings.com/pc/642431-game-of-thrones/index.html (03.03.15)

(8) http://www.metacritic.com/game/pc/game-of-thrones (03.03.15)

(9) http://www.gamespot.com/articles/george-r-r-martin-s-assistant-working-with-telltale-on-game-of-thrones/1100-6419276/ (03.03.15)

(10) http://www.gamerankings.com/pc/894140-game-of-thrones-episode-one-iron-from-ice/index.html (03.03.15)

(11) http://www.metacritic.com/game/pc/game-of-thrones-episode-one—iron-from-ice (03.03.15)

(12) http://www.metacritic.com/game/pc/game-of-thrones-episode-one—iron-from-ice (03.03.15)

 

Fandoms 2.0

Fans und ihre Aktivitäten sind durch das Internet sichtbar und allgegenwärtig geworden. Im Rahmen der Übung “Fandoms 2.0″ haben Studierende aus den Bachelor-Studiengängen ‘Medienwissenschaft’ und ‘Kunst, Musik und Medien’ zu den Fandoms von LOST, Tolkien, Sherlock, Game of Thrones, Minecraft und Harry Potter gearbeitet. Die Ergebnisse dieser Arbeit – Beobachtungen und Fundstücke – finden sich auf dieser Seite, die zum Informieren und zu weiteren Recherchen einladen soll.

Game of Thrones – Fanvideos

“School of Thrones” –  Fankunst auf YouTube

School of Thrones“ – Fankunst im Internet

Das Videoportal YouTube hat international eine gewisse Popularität erlangt und unterstützt nicht nur Veröffentlichungen von Musikvideos bekannter Künstler, sondern gestattet uns einen Einblick in die Kunst von Amateuren und Fans zu bekommen. Es hilft ebenfalls dabei die Nachfrage nach Amateur Videos zu steigern. Allein bei YouTube findet man unter dem Suchbegriff „Game of Thrones Fan Video” mehr als 140.000 Ergebnisse. Von Fan-Trailern, Fan- Songs, Fan- Reactions bis hin zu nachsynchronisierten Szenen in Fandub-Videos, reicht die Palette an originellen Eigenverfilmungen.

Ein besonders kreatives Beispiel ist die Slash-Inszenierung “School of Thrones”. School of Thrones is a comedic web series on YouTube, featuring the characters of Game of Thrones in a modern high school setting.” Schon der Name „School of Thrones“, welches ein Kompositum von dem Original „Game of Thrones“ ist, macht erste Andeutungen, dass das Video nicht auf ernsten Absichten baut, sondern einer Parodie gleicht. Bisher wurde eine Staffel mit 3 Folgen produziert: Folge 1 mit dem Titel Prom Night is coming – eine Anspielung auf den bekanntesten Satz „Brave yourself, Winter is coming von Eddard Stark aus „Game of Thrones“, Folge 2 betitelt mit Sexposition und Folge 3 mit Targaryen Burn. Die drei Folgen der ersten Staffel weisen zwischen 500.000 und 2,5 Millionen Klicks auf, welches weit über den Klicks anderer Parodien in diesem Bereich geht. So bringt zum Beispiel die Parodie eines Fandub Videos nur circa 6000 Klicks ein. Das große Engagement der Fans zeigt dadurch zum Einen die Beliebtheit der Original TV-Serie und zum Anderen die Fangemeinde der Neuinterpretation.

Die Videos wurden professionell und mit Liebe zum Detail gedreht. Neben den Schauspielern, die die einzelnen Charaktere verkörpern, haben auch unzählige andere Personen, zum Beispiel bei der Maskenbildung, der Kostümerarbeitung und dem Sounddesign, mitgewirkt, welches auf der Facebook Seite der „School of Thrones“Gruppe aufgelistet und nachzulesen ist. Das Intro baut auf der Original- Tv Serie auf und zeigt den Vorspann von „Game of Thrones“ in einer modernisierten Form. Statt die Landschaft von Winterfell, Westeros und Braavos zu sehen, steigt nun das Imperium einer High School empor – Die Westeros Valley High School. Zu Beginn wird das Schild, welches auf die High School hinweist, von einem Hirschkopf und dem Text Home of the Fightig stags geschmückt. Auch hier findet man Parallelen zum Original wieder. Der Hirsch ist das Wappen des Hauses Baratheon in der Serie. Das Haus ist aufgrund seines Königs von Verrücktheit geprägt, was bildlich zum neu interpretierten und komödiantischen Video passt. Weitere Interessante komödiantischen Auffälligkeiten sind unter anderem die Verkleidung der einzelnen Familien. Zwar wurden diese der heutigen Zeit angepasst, diese weisen jedoch Merkmale auf, die für die einzelnen Personen stehen und auch den Charakter, den sie in der Tv- Serie präsentieren, widerspiegeln, So gleicht hier Joffrey Lannister einem Rapper und Sansa Stark mit ihrer Brille, einer schüchternen jedoch auch attraktiven Frau. Der Handlungsaufbau orientiert sich ebenfalls sehr am Original. Die Konflikte der Hauptpersonen wurden auf die heutige Zeit adaptiert und spiegeln die Beziehungen der einzelnen Familien übertragen auf die heutige High School-Zeit wider. Allerdings wurden auch neue Romanzen erschaffen, die die Beziehung der Charaktere neu interpretieren.

In der ersten Folge wird zu Beginn ein Zitat von George R.R. Martin : „Summer will End soon enough, and childhood as well“ eingeblendet. Dieses Zitat nimmt Bezug auf das Erwachsenwerden und symbolisiert so indirekt ein stetiges und alltägliches Thema in einer High School. Zwar startet das Video mit einem Monolog, doch nach kurzer Zeit wird deutlich, um welche weibliche Stimme es sich handelt bzw. welchen Charakter die Stimme verkörpern soll – Sansa Stark. Anhand von kleinen Symbolen,wie zum Beispiel Drachen oder der Haarfarbe, die die einzelnen Personen in der Original-Serie repräsentieren, lassen sich die Charaktere identifizieren. Über 122.000 begeisterte Fans haben den Channel bereits abonniert und lassen auf eine Fortsetzung der Serie hoffen.

Meiner Meinung nach aspiriert bzw. knüpft „ School of Thrones“ auch auf weitere Filme wie zb. Girls Club – Vorsicht bissig! (2004) an. In dieser Art lassen sich Szenen aus den Filmen auch in den Folgen erkennen. So ähnelt die Sequenz ab 4:33 der Sequenz ab 1:03:10 in Girls Club – Vorsicht bissig!. In beiden Teilen werden Blätter aus dem sogenannten Burn Book auf die Schüler geworfen, auf denen Beleidigungen und verfälschte Wahrheiten geschrieben worden sind. Diese verdeutlichen unter anderem Themen, die in der heutigen Zeit relevant sind bzw. ein Problem darstellen. Probleme, die sich sozial-kritisierend an die Gesellschaft und an das fehlende Durchsetzungsvermögen an den Schulen richten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass School of Thrones ein gutes Beispiel für eine aufwendige Planung und hingebungsvolle Arbeit ist, die viele Fans in ihre Videos stecken, um der Welt ihrer Lieblingscharaktere ein Stück näher zu kommen. Die Darsteller in der Parodie helfen durch ihre modernisierte jedoch auch symbolische Verkleidung bei der Identifizierung der einzelnen Protagonisten in der Serie. Sie schaffen dadurch aber auch eigene Charaktere, mit denen sich die heutige Jugend besser identifizieren kann. Mit Witz und Charme schaffen sie eine eigene Interpretation von Game of Thrones und kreieren durch die Anspielungen auf andere bekannte Filme einen gewissen Wiedererkennungswert.

Game of Thrones – Einleitung

“Game of Thrones” ist die erfolgreichste Fernsehserie in der Geschichte des US-amerikanischen Bezahlsenders HBO. Von Kritikern gelobt und von Fans sehnsüchtigst erwartet, ist die Fantasy-Serie mit 18,4 Millionen Zuschauern pro Woche in den USA beliebter als “Die Sopranos”. Auch in Deutschland erfreut sich “Game of Thrones” immer größerer Beliebtheit, was sich in zahlreichen Fanaktivitäten wiederspiegelt.

Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Phänomen des Fandoms in Bezug auf die Serie und gibt einen Überblick über Cosplay, Conventions, Fanfiction und Fanvideos.

“Brace yourself, Winter is coming!”

Game of Thrones – Fanfiction

 “No one gets to abuse the people of Westeros but me.”  George R. R. Martin

 

Der Begriff “Fanfiktion” bezeichnet Werke, die von den Fans eines bestimmten Originalwerks verfasst wurden. Bei dem Ursprungswerk kann es sich zum Beispiel um Filme, Bücher, Serien oder auch Computerspiele handeln.

Auf unzähligen Webseiten werden diese Geschichten gesammelt, geteilt und weiterverarbeitet. Das Glossar einer deutschen Fanfiktion-Seite reicht von “A” wie dem Story-Genre “Actionadventure” bis “W” wie “Whump”, einer Geschichte, in der einer (oder mehreren) der Personen etwas Schlimmes zustößt.

Diese Geschichten spielen mit den bereits bekannten Charakteren eines Originalwerks, lassen neue Personen und Schauplätze entstehen, verschmelzen verschiedene Welten miteinander und schaffen alternative Handlungsstränge.

BILD Fanfiktion.net

 

Allgemein ist diese Art von nicht kommerzieller Fanfiktion erlaubt, solange die entsprechenden Autoren einverstanden sind. Nicht selten unterstützt die Fangemeinschaft mit Fanfiction die Aufrechterhaltung des Bekanntheitsgrad eines Werks sogar.

Etwas anders stellt es sich bei GAME OF THRONES dar. Der Autor der Bücher George R. R. Martin, der aktuell am x. Band schreibt, zählt wohl zu den größten Gegnern der Fanfiction. Da er offiziell das Schreiben von Fanfiktion verboten hat, beruht alle existierende GoT-Fanfiktion – theoretisch – auf den HBO-Serie.

George R. R. Martin nimmt auch auf seinem Blog “Not A Blog” kein Wort vor den Mund, was seine Meinung zu Fanfiktion angeht. In einem Fernsehinterview sagt er bezüglich seinen Ansichten zu FF beruhend auf seinen Büchern:

“Not while I’m alive,. But eventually I will not be alive because Valar Morghulis – all men die. I don’t think my wife, if she survives me, will allow that either. But one thing that history has shown us is eventually these literary rights pass to grandchildren or collateral descendents, or people who didn’t actually know the writer and don’t care about his wishes. It’s just a cash cow to them. And then we get abominations to my mind like Scarlett, the Gone with the Wind sequel.”

(Quelle: http://badassdigest.com/2013/11/14/george-rr-martin-fuck-your-fan- fiction/)

 

 

VIDEO

http://www.smh.com.au/entertainment/books/george-rr-martin-hands-off-my-characters-20131108-2x6fb.html